Gestern, am 14.06.2017, fand ein interessanter Erfahrungsaustausch zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt in Magdeburg statt. Der Erfahrungsaustausch befasste sich mit den transregionalen Strategien der Integrationsarbeit von Kommunalpolitiker*innen.

Mit freundlichen Worten fand die Begrüßung durch Herrn Gerhard Miesterfeldt, ehem. Vizepräsident Landtag Sachsen-Anhalt, in Vertretung für Herrn Micheal Marquardt, statt.

Es erfolgte eine kurze Vorstellung der sich im „einewelt haus Magdeburg“ befindlichen Vereine und deren verantwortlichen Personen, sowie deren Kooperationspartnern.

Für uns an diesem Tag interessant, waren vor allem die IKOE und KomServ, welche  die Veranstalter des Ganzen waren.

Frau Dr. K. Michalak, Projektleitung der IKOE, erklärte zusammenfassend welche Ziele, die IKOE – Interkulturelle Orientierung und Öffnung, mit ihrem Projekt verfolgt. Es handelt sich dabei um ein Fortbildungs- und Beratungsservice für Verwaltungen. Die angelegten Ziele sind zum Teil das Bewusstsein für diskriminierungskritische Haltungen zu stärken, die Ausbildung von Handlungsmustern, welche auf Anerkennung und Wertschätzung basieren zu unterstützen und Vernetzungen zwischen Politik, Verwaltungen und Zivilgesellschaften mit zu moderieren und durch Impulse zu beleben.

Des Weiteren erklärte Herr B. Lüdtke,  einer der Verantwortlichen des kommunalen Beratungsservices kurz „KomServ“ in Niedersachsen, welche Ziele ihr Projekt verfolgt. Es geht im Großen und Ganzen um die unterstützende Beratung niedersächsischer Kommunen, Landesbehörden und Nichtregierungsorganisationen in allen Fragen der interkulturellen Öffnung.

Nachdem die Veranstalter des Erfahrungsaustausches sich vorgestellt hatten, folgte das erste Impulsreferat, durch Herrn Miesterfeldt.  Der Inhalt des Referates erklärte die Integration als besondere Herausforderung des Subsidiaritätsprinzips. Damit bildete sich die entscheidende Frage, bei wem liegt die Zuständigkeit für eine erfolgreiche Integration? Das Prinzip erklärte sich in so weit, dass eine politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Maxime, die Eigenverantwortung, Selbstbestimmung und die Entfaltung des Individuums, der Famile oder der Gemeinde anstrebt. Im Referat wurden dafür mehrere Beispiele genannt um das Ganze zu veranschaulichen. Das Fazit, welches wir ziehen konnten war, dass es bereits bei der untersten Ebene im System beginnt. Erst wenn diese an ihre Grenzen stößt, greift die nächste höhere Ebene ein.

Nach einer kurzen Pause folgte dann das zweite Impulsreferat von Herrn D. Kavalier. Als Bürgermeister der Stadt Hettstedt konnte er aus Erfahrung im Umgang mit der Flüchtlingssituation sprechen. Hettstedt ist ein gutes Beispiel für eine gelungene Integration und Aufklärung, nach Aussagen der Herrn Kavalier. Denn im Vorfeld wurden viele offene Gespräche mit der Bevölkerung geführt. Und es kam zu keinem fremdenfeindlichen Übergriff. Er ging auf Punkte wie Sport, Vereine und auch die finanzielle Belastung für eine Stadt ein, wenn diese durch den Demografischen Wandel der eigenen Bevölkerung immer weiter schrumpfe. Ausführlich erklärte er, was es für Folgen hätte, wenn die Bevölkerungszahl der Stadt immer weiter sinke und was es für Vorteile mit sich brachte, dass Menschen auf Grund der Flüchtlingssituation in ihre Stadt kamen. Die Stadt hat keinerlei Nachteile aus der Zuwanderung erfahren und man kann nur positiv über ihre Entwicklung sprechen.

Anschließend ging es mit den Thementischen weiter. Da die Zeit leider begrenzt war, wurden die Thementische in zwei mal drei kleinere Gesprächsrunden aufgeteilt. Die Themen für die wir uns entschieden, waren zum einen Argumentationsstrategien und zum anderen Öffentlichkeitsarbeit und Bürgernähe.

Während des ersten Thementisches ging es um die Öffentlichkeitsarbeit und die Bürgernähe, genauer gesagt, wurde sich mit der Tätigkeit der Ehrenamtlichen beschäftigt. Gefragt wurde welche Bedeutung diese für die Lokalpolitik hätten. Wer diese Personen sind und wie kann man Ihnen mehr den Rücken stärken. Von den Anwesenden kam die Information, dass es für Ehrenamtliche die Möglichkeit der Schulung zum Integrationslotsen gibt, durch diese Schulung bekommen sie Aufwandsentschädigungen und auch einen Ausweis, mit dem sie ihre ehrenamtliche Tätigkeit nachweisen können.

Der zweite Thementisch setzte sich dann mit Argumentationsstrategien auseinander. Dieses Thema war sehr interessant, da es verschiedene Möglichkeiten zeigte, wie man in Konfliktsituationen und Diskussionen handeln kann, um negative Argumente, besonders auf den Punkt der Flüchtlingssituation bezogen, zu entkräften. Einige Beispiele hierfür waren Fakten sprechen lassen, Transparenz bieten oder auch einfach ins Leere laufen lassen. Man kann sich auch einem Argumentationstraining im Selbstversuch unterziehen, dafür gibt es bei der Zentrale für politische Bildung ein kostenfreies Buch mit dem Titel „Argumentationstraining“.

Nach der Mittagspause, erfolgten die Auswertungen der Thementische und eine kurze Diskussionsrunde über die positiven und negativen Aspekte, welche während der Gespräche zum Tragen kamen.

Anschließend fand durch Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk noch ein Vortrag mit dem Thema „Wie es funktionieren kann –  Flüchtlinge als Chance für Goslar“ statt. Auch hier ein informativer Vortrag. Und ähnlich im Verhältnis zum vorhergegangenen Beitrag von D. Kavalier.

Zum Abschluss wurde der Tag nochmal zusammengefasst und überschlagen wo es noch Handlungsbedarf gibt und wie in der Lokalpolitik weiter an ihren Möglichkeiten gearbeitet werden kann. Anschließend verblieb man noch bei einer lockeren Gesprächsrunde.

BIH GmbH

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